5 Fragen an Elke Ferner, MdB

von duwählst.de am 07.08.2009

1. Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Elke Ferner, ich bin 51 Jahre alt und verheiratet. Geboren bin ich in Idar-Oberstein und aufgewachsen in Saarbrücken-Malstatt und -Burbach. Nach dem Abitur habe ich eine Lehre zur EDV-Kauffrau gemacht und danach als Programmiererin gearbeitet. Gesellschaftspolitisches Engagement hat für mich schon seit meiner Mitarbeit als Jugendliche in der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde in Saarbrücken-Burbach einen hohen Stellenwert. Seit 1983 engagiere ich mich in der SPD. Ich war von 1984 -1985 Mitglied im Bezirksrat Mitte der Landeshauptstadt Saarbrücken und bin 1990 erstmals für die SPD in den Deutschen Bundestag gewählt worden. In den ersten beiden Wahlperioden lag mein Arbeitsschwerpunkt in der Verkehrspolitik. Zunächst als verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion und von 1998 bis Ende 2000 als beamtete Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen.

Seit der Bundestagswahl 2002 vertrete ich den Wahlkreis 296 (Saarbrücken, Großrosseln, Riegelsberg, Kleinblittersdorf, Püttlingen und Völklingen) als direkt gewählte Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Von 2002 bis 2005 war ich Hauptberichterstatterin für den Umwelthaushalt im Haushaltsausschuss und seit 2005 bin ich stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion - und hier für die Bereiche Gesundheits- und Sozialpolitik zuständig. Zwei wichtige und spannende, aber – in der großen Koalition – nicht einfache Arbeitsgebiete!
Auf Parteiebene bin ich außerdem Mitglied im SPD-Parteivorstand und Präsidium und seit 2004 Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF).

2. Wofür setzen Sie sich besonders ein?

Soziale Sicherheit und Gerechtigkeit sowie Chancengleichheit für alle zu erhalten oder, wo sie noch fehlen, zu schaffen, waren und sind für mich die wichtigsten Anliegen meiner politischen Arbeit in der SPD.
Ich bin der Auffassung, dass Arbeit die Existenz sichern und sozial abgesichert sein muss. Deshalb bin ich für Mindestlöhne, starke Arbeitnehmerrechte, betriebliche Mitbestimmung und Tarifautonomie. Niemand kann die großen Lebensrisiken alleine tragen. Ich setze mich für eine solidarisch und gerecht finanzierte Bürgerversicherung „Gesundheit und Pflege“, für armutsfeste Renten, flexiblere Übergänge und die Verlängerung der geförderten Altersteilzeit ein.

Ebenso wichtig sind für mich gute Bildung und Betreuung für alle, denn sie bilden die Basis für unsere Zukunft und ein wirtschaftlich starkes Deutschland.
Bildungschancen dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Deshalb bin ich ein für gebührenfreie Bildung – von der Kita bis zum Studium. Dazu gehören: ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, echte Ganztagsschulen, die Abschaffung der Studiengebühren und der Zugang zu einer beruflichen Ausbildung für alle.

Als Bundesvorsitzende der ASF hab ich außerdem die Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft bei meiner Arbeit besonders im Blick: Die Zeit ist reif für die tatsächliche Gleichstellung. Gleicher Lohn für gleich(wertig)e Arbeit, gleiche Chancen beim Berufszugang und beim beruflichen Aufstieg bis in die Führungspositionen sind ohne verbindliche Regeln nicht zu erreichen. Das ist für mich eine Frage der Gerechtigkeit und der ökonomischen Vernunft.

Und als Saarländerin und direkt gewählte Bundestagsabgeordnete setze ich mich in Berlin mit Leib und Seele besonders für meine Heimat, die Großregion Saarbrücken, ein.
Denn das Saarland braucht für wichtige Leitprojekte eine starke Lobby in Berlin. Ich setze mich für eine Mitfinanzierung des Bundes für das Projekt „Stadtmitte am Fluss“ ein und mache mich stark für die Fortsetzung und Aufstockung der Programme „Soziale Stadt“ und „Stadtumbau West“.

3. Warum Ihre Partei zur Bundestagswahl 2009 wählen?

Nur die SPD geht die aktuellen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft mutig und entschlossen an, zeigt den negativen Auswüchsen eines ungebremsten Turbo-Kapitalismus die rote Karte, steht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aber auch der Wirtschaft und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen als starker Partner auch in der Krise zur Seite und setzt sich ein für sozial ausgewogene und zugleich innovative, zukunftsweisende Lösungen.

In Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise und sich zuspitzender Verteilungskämpfe geht es am 27. September mehr denn je politisch um eine richtungweisende Entscheidung:
Nur mit der SPD in Regierungsverantwortung werden wir soziale Gerechtigkeit erhalten und das Soziale wieder in den Mittelpunkt politischen Handelns stellen. Nur mit der SPD wird es Existenz sichernde Löhne, Kündigungsschutz, Chancengleichheit bei der Bildung, ein gerechtes Gesundheits- und Renten- sowie Steuersystem, Diskriminierungsschutz oder die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in Beruf und Familie geben. Und nur mit der SPD wird es beim Atomausstieg bleiben.

4. Welchen Stellenwert hat das Internet in diesem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009?

Der Stellenwert des Internet als ein wichtiges Kommunikationsmedium nimmt stetig zu – z.B. für den politischen Austausch. Auch im Bundestagswahlkampf. Ich selbst nutze das Internet schon lange intensiv und freue mich über die vielen Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, um unkompliziert und basis-demokratisch mit anderen in Kontakt zu treten und Meinungen auszutauschen.

Im Internet kann ich schnell und umfassend über meine politische Arbeit berichten und mit Bürgerinnen und Bürgern ganz direkt in einen Dialog einsteigen - sei es über meine Homepage unter www.elke-ferner.de oder auch über die Social Networks und Plattformen wie Facebook, Wer-kennt-wen, meinvz, xing, flickr und YouTube. Ein Blog wird gerade aufgebaut.
Allerdings glaube ich nicht, dass die Bundestagswahl (schon diesmal) im Internet entschieden wird. Das Internet ist aus meiner Sicht eine gute Ergänzung, aber der persönliche Kontakt mit den Menschen vor Ort im Wahlkreis ist mir nach wie vor am wichtigsten, Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Deshalb bin ich auch – so oft es geht – im Saarland auf Veranstaltungen, in Bürgersprechstunden, bei Betriebs- oder Schulbesuchen unterwegs. Hier erfahre ich noch immer am besten, wo der Schuh beim Einzelnen drückt oder in welchen Bereichen wir unsere Arbeit noch besser erklären müssen.

5. Ihr Schlussstatement an die Mitglieder von duwählst.de?

Demokratie lebt von Beteiligung! Plattformen wie duwaehlst.de bieten hierfür einen guten Einstieg. Danke dafür! Denn nur wer informiert mitredet, kann etwas bewegen!
Aus tiefster demokratischer Überzeugung daher nun auch meine Bitte zum Schluss:
Unbedingt am 27. September wählen gehen!
Denn Du entscheidest, wie es in Deutschland weitergehen soll!

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