5 Fragen an Dr. Gregor Gysi, MdB
1. Wer sind Sie und was machen Sie?
Ich bin ein linker Politiker, arbeite als Fraktionsvorsitzender im Bundestag und sehr eingeschränkt auch noch als Rechtsanwalt.
2. Wofür setzen Sie sich besonders ein?
Mir liegt sehr am Herzen, dass eine aktive Friedenspolitik betrieben wird. Deutschland darf nicht drittgrößter Waffenexporteur der Erde bleiben, die Bundeswehr soll aus Afghanistan und von anderen Orten abgezogen werden. Ich bin sicher, dass Krieg neuen Terrorismus erzeugt.
Terrorismus kann man wirksam nur durch eine gerechte Weltwirtschaftsordnung, einen Dialog unterschiedlicher Kulturen und
Religionen überwinden.
Innenpolitisch liegt mir die Bildung besonders am Herzen. Es gibt eine soziale Ausgrenzung in der Bildung, die ich nicht hinnehmbar finde.
Jedes Kind muss die Chance auf eine Top-Bildung haben. Das bedeutet, dass wir uns nicht wegen 16 Bundesländern 16 verschiedene Schulsysteme leisten können, sondern ein Top-Schulsystem von Mecklenburg-Vorpommern bis Bayern brauchen. Außerdem dürfen Kinder nicht zu früh getrennt werden. Für Bildung dürfen den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Deshalb bin ich gegen Gebühren für Schulbücher, gegen die Verpflichtung von Studierenden Verwaltungsunkosten an die Hochschulen bzw. Universitäten zu zahlen und erst Recht gegen Studiengebühren.
Als drittes Gebiet möchte ich das Feld der sozialen Gerechtigkeit benennen. Es gibt immer mehr Armut auch in Deutschland. Armut kann man nur wirksam bekämpfen, wenn man Reichtum begrenzt. Um Armut zu bekämpfen brauchen wir also Steuergerechtigkeit.
3. Warum Ihre Partei zur Bundestagswahl 2009 wählen?
Unsere Partei ist ein wichtiges friedenspolitisches und soziales Korrektiv. Je stärker wir werden, desto mehr werden in einem positiven Sinne auch die anderen Parteien ihre Politik verändern. Je schwächer wir werden, desto mehr Soldaten werden entsandt, desto unsozialer wird unsere Gesellschaft organisiert werden.
4. Welchen Stellenwert hat das Internet in diesem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009?
Die Bedeutung des Internets im Wahlkampf - überhaupt in der Kommunikation und in der politischen Auseinandersetzung - nimmt zu. Auch meine Partei hat daraus gelernt. Wir werden uns aktiv über das Internet vorstellen, und mit Nutzerinnen und Nutzern uns austauschen.
5. Ihr Schlussstatement an die Mitglieder von duwählst.de?
Meine Bitte an Sie alle, fragen Sie jede Politikerin und jeden Politiker, wer die gesamten Milliarden der Krise letztlich bezahlen soll. Sie werden - außer von uns - keine glaubwürdigen und brauchbaren Antworten bekommen.








