5 Fragen an Dr. Rainer Tabillion, MdB
1. Wer sind Sie und was machen Sie?
Ich heiße Rainer Tabillion, bin am 18. März 1950 in Ottweiler geboren und bin evangelisch. Mit meiner Frau Marianne, meiner Tochter Nicole und meinem Sohn Haiko lebe ich in Marpingen im Saarland. Nach Abitur und Wehrdienst habe ich an der Universität des Saarlandes Mikrobiologie studiert und mit der Promotion abgeschlossen. Politik mache ich seit über 30 Jahren, genauso lange bin ich leidenschaftlicher Fußballer. Vor meiner Zeit im Deutschen Bundestag war ich fast 20 Jahre Mitglied im saarländischen Landtag.
2. Wofür setzen Sie sich besonders ein?
Folgende fünf Punkte halte ich in meiner politischen Arbeit für besonders wichtig:
- Vollbeschäftigung und gute Arbeit
Vollbeschäftigung verbunden mit guter Arbeit ist für mich eine der wesentlichen Voraussetzungen für gesellschaftlichen Wohlstand und privates Glück. Sie ist ein zentrales sozialdemokratisches Projekt und ein wichtiges Anliegen meiner politischen Arbeit. Sie ist gleichermaßen Grundlage für eine solide Finanzierung öffentlicher Aufgaben und für die Stabilität unserer solidarischen Sicherungssysteme. Ziel ist aber nicht Arbeit um jeden Preis, sondern gute Arbeit von der man ohne zusätzliche staatliche Hilfen im Sinne vollständiger Teilhabe gut leben kann. Grundlage dafür ist ein insgesamt hohes Lohnniveau und gesetzliche Mindestlöhne.
In den nächsten Jahren wollen wir deshalb die Entstehung von bis zu 4 Millionen neuer Arbeitsplätze auf den zentralen Wachstumsfeldern der Zukunft politisch fördern. Deutschland muss ein innovatives Industrieland bleiben. Die Krise hat aber auch gezeigt wie wichtig eine breite auf Mittelstand und Handwerk aufgebaute wirtschaftliche Grundlage ist. Dort gibt es die meisten Arbeitsplätze, die meisten Ausbildungsplätze und die größte Wertschöpfung. Dieses Potential müssen wir noch stärker nutzen. Deshalb befürworte ich auch die Halbierung des Mehrwertsteuersatzes auf handwerkliche Dienstleistungen.
Entscheidend sind aber auch die Rahmenbedingungen der Beschäftigung. Die systematische Umwandlung von regulären Arbeitsplätzen in Leiharbeitsverhältnisse muss gestoppt werden. Und man muss vom Lohn seiner Arbeit ohne staatliche Unterstützung gut leben können. Deshalb halte ich die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns für eine der wichtigsten Forderungen für die nächste Legislaturperiode. In der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation erweist sich die betriebliche Mitbestimmung als Rettungsanker für zahlreiche Unternehmen.
- Gesellschaftliche Teilhabe Aller
Niemand darf in unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden, jeder braucht eine faire Chance zu einem selbst bestimmten Leben in Wohlstand. Deshalb werde ich mich dafür einsetzen, dass die Wohlhabenden in unserer Gesellschaft stärker an der Finanzierung unseres Bildungssystems beteiligt werden. Der freie und kostenlose Zugang zu einem leistungsfähigen Bildungssystem hat eine besondere Schlüsselfunktion beim Ausgleich der Nachteile, die mit sozialer Herkunft verbunden sein können. Studiengebühren sind deshalb zutiefst unsozial und ich werde mich für deren Abschaffung einsetzen.
- Öffentliche Daseinsvorsorge stärken
Aufgabe öffentlicher Daseinsvorsorge ist der Ausbau einer leistungsfähigen Infrastruktur von öffentlichen Dienstleistungen die flächendeckend verfügbar und nicht den Gesetzmäßigkeiten privatwirtschaftlicher Gewinnerzielung unterworfen sind. Liberalisierung und Privatisierung haben die staatliche Leistungsfähigkeit geschwächt und zu einem massiven Verlust an qualifizierten und sicheren Arbeitsplätzen zugunsten niedrig bezahlter und prekärer Arbeitsplätze geführt. Deshalb dürfen Bahn, Sparkassen und Trinkwasserversorgung nicht privatisiert werden, sondern müssen Teil des öffentlich garantierten Dienstleistungsangebotes bleiben. Städte und Gemeinden müssen wieder mehr eigene Verantwortung bei der Energieversorgung, bei der Müllentsorgung, der Krankenhausversorgung, dem öffentlichen Nahverkehr erhalten.
- JA zum Atomausstieg
Atomkraftwerke können unsere Heimat unbewohnbar machen. Deshalb trete ich dafür ein, dass wir den Verzicht auf Atomenergie in die Verfassung schreiben. Die Absicht der konservativen Parteien die Laufzeit der Reaktoren zu verlängern oder neue Atomkraftwerke zu bauen widerspricht jeder gesellschaftlichen Akzeptanz und behindert den Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung.
- Afghanistaneinsatz beenden
Internationale Militäreinsätze der Bundeswehr sind fast schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Ich halte es für falsch wenn Militäreinsätze zu einem normalen Mittel der Politik werden. Ich habe die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes im Deutschen Bundestag abgelehnt weil sie nicht mit einer Ausstiegsperspektive verbunden war. Im nächsten Bundestag werde ich mich für eine Beendigung des Einsatzes in den nächsten 4 Jahren einsetzten.
3. Warum Ihre Partei zur Bundestagswahl 2009 wählen?
Es ist meine tiefe Überzeugung, dass Sozialabbau keine Probleme löst und insbesondere keine Arbeitsplätze schafft. Das gelingt nur mit einer auf Beschäftigung orientierten nachhaltigen Wachstumspolitik. Es gibt daher keine Alternative zur SPD, wenn es darum geht, in Deutschland eine gute Lebensqualität für alle zu sichern und den inneren und äußeren Frieden zu bewahren.
4. Welchen Stellenwert hat das Internet in diesem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009?
Für mich hat das Internet in der politischen Arbeit seit Jahren einen besonderen Stellenwert. Es hat die Möglichkeiten sich selbst und andere zu informieren erheblich verbessert und schafft eine größere Nähe zu den interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Ich denke man kann an der Qualität meiner Homepage www.rainertabillion.de erkennen, dass ich zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort sehr viel Arbeit und Sorgfalt investiere. Die Social Networks und Plattformen Facebook, wer-kennt-wen und YouTube bieten zusätzliche Möglichkeiten mit Wählerinnen und Wählern in Kontakt treten. Das Internet ist aus meiner Sicht eine gute Ergänzung gerade auch um jüngere Menschen für Politik zu begeistern, aber der persönliche Kontakt mit den Menschen vor Ort im Wahlkreis ist und bleibt natürlich nach wie vor am wichtigsten.
5. Ihr Schlussstatement an die Mitglieder von duwählst.de?
Wer für eine sozial ausgewogene Gesellschaft ist, hat zur SPD keine Alternative. Jede andere Partei wird den Graben zwischen Arm und Reich vertiefen bzw. hat wie die Linkspartei keine Aussicht auf aktive Beteiligung an der nächsten Bundesregierung. Deshalb ist mein Wunsch: gehen sie am 27. September zur Wahl. Und meine dringende Empfehlung: Wählen sie sozialdemokratisch.







