5 Fragen an Dr. Harald Terpe, MdB

von duwählst.de am 14.08.2009

1. Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin Spitzenkandidat für Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern bei der Bundestagswahl am 27. September und Direktkandidat im Wahlkreis 14 (Rostock). 2005 zog ich für Bündnis 90/Die Grünen erstmals in den Bundestag ein. Für meine Fraktion bin ich Mitglied und Obmann im Gesundheitsausschuss und zudem Sprecher für Drogen- und Suchtpolitik. Ich befasse mich also hauptsächlich mit Gesundheits- sowie Drogen- und Suchtthemen. Zudem habe ich mich in der letzten Wahlperiode viel mit bioethischen Fragen wie beispielsweise dem Gesetz zur Patientenverfügung befasst.

Ich bin 1954 in Greifswald geboren und aufgewachsen. Seit 1976 lebe ich mit meiner Familie in Rostock. Zur Politik bin ich in der Wendezeit gekommen, durch mein Engagement im Neuen Forum. Bis zu meiner Wahl in den Bundestag war ich Oberarzt an der Universitätsklinik Rostock. Ich bin Vater von fünf Kindern, zwei Mädchen und drei Jungen.

2. Wofür setzen Sie sich besonders ein?

Ich setze mich dafür ein, dass Kinder gesund aufwachsen können. Ich möchte, dass alle Kinder unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern gleich gute Startchancen ins Leben haben - mit guter Bildung, einer gesunden Ernährung und einer liebevollen Betreuung. Ich möchte deshalb die Familien in unserem Land stärken.
Ich setze mich ein für eine gerechte Gesundheitspolitik, in der der einzelne Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht und nicht wirtschaftliche Kriterien. Ich bin für eine rationale Drogen- und Suchtpolitik, in der alle legalen und illegalen Rauschmittel nach einheitlichen Maßstäben beurteilt werden. Und ich setze mich dafür ein, dass in meinem Heimatland Mecklenburg-Vorpommern den Menschen trotz Wirtschaftskrise die Chance auf einen sicheren Arbeitsplatz und eine gesunde Umwelt erhalten bleibt – durch Investitionen in Klimaschutz und Umwelttechnik.

3. Warum Ihre Partei zur Bundestagswahl 2009 wählen?

Bei einer schwarz-gelben Koalition drohen gefährliche Rückschritte in Sachen soziale Gerechtigkeit, Klima- und Umweltschutz. Wir Grüne waren in den vergangenen Jahren oft der entscheidende Impulsgeber in der deutschen Politik, wenn es um den Schutz der Umwelt, um erneuerbare Energien oder um Bürgerrechte ging. Für unser Beharren auf Umwelt- und Klimaschutz sind wir lange belächelt worden. Mittlerweile kopieren andere Parteien unser Programm, weil sie gemerkt haben, dass unsere Forderungen nicht aus der Luft gegriffen sind. Wir werden uns auch weiterhin genauso hartnäckig für diese Werte einsetzen.
Die Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass die Marktgläubigkeit von Schwarz-Gelb ein Weg ist, von dem nur einzelne profitieren und der vielen Menschen ihren Arbeitsplatz kostet. Trotzdem will Schwarz-Gelb nach der Bundestagswahl genau diesen Weg weiter gehen. Bündnis 90 / Die Grünen stehen für eine glaubhafte gesellschaftliche Alternative.

4. Welchen Stellenwert hat das Internet in diesem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009?

Das Internet hat in meinem Wahlkampf einen ganz zentralen Stellenwert. Es gibt auf meiner Wahlkampfseite www.gruen-fuer-mv.de Aktionen zum Mitmachen, Filme, Informationen zum grünen Programm und zu meinen Zielen. Das Internet verändert nicht nur die Art, wie Politik kommuniziert wird bzw. die Kommunikation zwischen Wählern und Gewählten. Die E-Petitionen zu Websperren und zum Grundeinkommen haben gezeigt, dass das Internet auch Einmischung in ganz anderer Form ermöglicht. Das wird nicht von heute auf morgen in voller Ausprägung passieren. Aber es ist wünschenswert, dass davon viele Leute Gebrauch machen.

5. Ihr Schlussstatement an die Mitglieder von duwählst.de?

Ich möchte, dass mehr getan wird für Klimaschutz, Bildung und soziale Gerechtigkeit. Ich möchte, dass das Leben mit Kindern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in unserem Land einen höheren Stellenwert bekommen. Dafür möchte ich mich auch in der nächsten Wahlperiode einsetzen. Und ich wünsche mir, dass auch in der Wirtschaftskrise bei wichtigen Entscheidungen, die das Leben der Menschen direkt betreffen, nicht immer nur danach entschieden wird, was sich marktwirtschaftlich am besten rechnet. Die Krise ist Ausdruck einer Denkweise, die Ellenbogen und kurzfristige Profitinteressen über alles andere gestellt hat. Gerade in diesen Zeiten wächst aber bei vielen Menschen das Bedürfnis nach Sicherheit. Umso wichtiger sind insbesondere verlässliche soziale Sicherungssysteme und ein soziales Netz, durch das niemand ins Bodenlose fällt. Nur in unserem Grünen Neuen Gesellschaftsvertrag verbinden sich Klima, soziale Gerechtigkeit und Freiheit. Die anderen Parteien spielen das gegeneinander aus. Deshalb: Zweitstimme Grün!

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